Rückblick auf die Sonderausstellung:
Ein "verschwundenes" Handwerk erwachte zum Leben!
Im Sommer und Herbst 2026 widmete das Nähmaschinen-Museum sein Fokusthema den faszinierenden, heute fast verschwundenen Berufen der
Weiss- und Störnäherei.
Feinste Stoffe, präzise Stiche, unermüdliche Hände und Geschichten voller Stolz, Fleiss und harter Arbeit – die kunstvollen Näharbeiten prägten vor allem das Leben vieler Frauen.
Tauchen Sie im Nähmaschinen-Museum an verschiedenen Stationen in die Welt eines Handwerks ein, das unsere Region einst prägte – und heute fast in Vergessenheit geraten ist.
Zu diesem Thema ist auch eine Ausstellung im MIM gestaltet.
Die Weissnäherei bezeichnet ein traditionelles Handwerk, es bezog sich vor allem auf die Anfertigung und Verzierung von Bett-, Tisch- und Körperwäsche, wie Hemden, Blusen, Taschentücher, Bettlaken und Tischdecken - meist aus Baumwolle oder Leinen.
Typisch für die Weissnäherei ist die ausschliessliche Verarbeitung von weissen oder sehr hellen Stoffen. Die Arbeiten umfassen neben dem eigentlichen Nähen auch kunstvolle Handstickereien, Spitzenarbeiten und die Anwendung verschiedener Verzierungstechniken wie Hohlsaum, Durchbrucharbeiten oder Monogrammstickerei. Diese dekorativen Elemente verleihen den Produkten einen edlen und hochwertigen Charakter.
Der Ausdruck „auf die Stör gehen“ stammt aus dem deutschen Sprachraum und bezeichnet eine traditionelle Form der handwerklichen Arbeit. Wer „auf die Stör geht“, arbeitet nicht am heimischen Arbeitsplatz, sondern ist bei Kunden in deren Wohn- oder Arbeitsräumen für einen befristeten Zeitraum tätig.
Die „Störschneiderei/-näherei“ ist eine spezielle Ausprägung dieses Prinzips und bezeichnet das mobile Arbeiten von Schneidern/Näherinnen. Dabei zog man auf Anfrage zu den Kunden, um dort aus mitgebrachten oder bereitgestellten Stoffen Kleidung nach Mass und oder Gebrauchswäsche zu fertigen oder zu reparieren. Dabei übernachtete man meist für mehrere Tage beim Kunden, bis der Auftrag abgeschlossen war.
